Zehn Dörfer

4 Stunden 20 Minuten (66,0 km)
Verwaltet von: Recreatieschap Drenthe

Sie machen sich mit dem Rad auf die Suche nach den Spuren der Kolonievergangenheit rund um Hoogeveen. Die Route durch die zehn Dörfer ist ausgeschildert und leicht zu folgen: Fluitenberg, Pesse, Stuifzand, Tiendeveen, Nieuweroord, Noordscheschut, Hollandscheveld, Nieuwlande, Elim und Nieuw Moscou.

Roelof van Echten war der Begründer von Hoogeveen. 1625 erwarb er ein großes Moorgebiet in der Umgebung von Zuidwolde. Zur Urbarmachung des Landes wurde die „Kompagnie der 5000 Morgen“ (Hektar) gegründet. Und zur örtlichen Erschließung wurde ein Kanal mit Seitenarmen ausgehoben. Dies war der ursprüngliche Kern von Hoogeveen. Als Hommage an den Kanal schlängelt sich das Wasserkunstwerk „De Cascade“ durch das Geschäftszentrum von Hoogeveen (Hoofdstraat).

Dann radeln Sie über Fluitenb…

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Sie machen sich mit dem Rad auf die Suche nach den Spuren der Kolonievergangenheit rund um Hoogeveen. Die Route durch die zehn Dörfer ist ausgeschildert und leicht zu folgen: Fluitenberg, Pesse, Stuifzand, Tiendeveen, Nieuweroord, Noordscheschut, Hollandscheveld, Nieuwlande, Elim und Nieuw Moscou.

Roelof van Echten war der Begründer von Hoogeveen. 1625 erwarb er ein großes Moorgebiet in der Umgebung von Zuidwolde. Zur Urbarmachung des Landes wurde die „Kompagnie der 5000 Morgen“ (Hektar) gegründet. Und zur örtlichen Erschließung wurde ein Kanal mit Seitenarmen ausgehoben. Dies war der ursprüngliche Kern von Hoogeveen. Als Hommage an den Kanal schlängelt sich das Wasserkunstwerk „De Cascade“ durch das Geschäftszentrum von Hoogeveen (Hoofdstraat).

Dann radeln Sie über Fluitenberg und Pesse durch die Bachniederungen des Oude Diep mit herrlichen Ausblicken. Östlich von Hoogeveen kommen die rechtwinklig angelegten Ländereien der Kolonien in Sicht. Ab dem 17. Jahrhundert wurde hier das Land urbar gemacht. In dem sumpfigen Torfmoor hatten abgestorbene Pflanzenreste nach Hunderten von Jahren eine meterdicke Torfschicht gebildet. Der hier gestochene Torf wurde getrocknet und dann als Brennstoff verheizt. Aufgrund des Torfabbaus wurden Siedlungen und Wasserwege für die Torfarbeiter angelegt. Daraus sind die heutigen Dörfer entstanden.

Startpunkt der Route ist die Crerarstraat in Hoogeveen. Am Bahnhof der NS (Nederlandse Spoorwegen) können Sie kostenlos parken. Man kann sich anhand der Schilder auch an anderen Stellen in die Route einklinken. Die Route folgt den Radknotenpunkten: 34, 09, 20, 39, 36, 23, 24, 38, 37, 16, 14, 50, 51, 52, 19, 91, 15, 13, 12, 35, 33 und 31. Bei folgenden Radknotenpunkten lässt sich die Route abkürzen: 36, 37, 16 und 14.

 

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Was Sie zu sehen bekommen

Startpunkt: Crerarstraat
7901 AA Hoogeveen

Dorpsstraat 57
7933 PB Pesse

Kerkweg
7933 Pesse

Diepweg
7934 TC Stuifzand

Zwarte Dijkje
7914 Noordscheschut

Hendrik Raakweg 19
7913 AM Hollandscheveld

Oostwijk
7913 Hollandscheveld

Johannes Poststraat
Nieuwlande

Julianalaan 3
7918 AH Nieuwlande

Brugstraat
Nieuwlande

Brink
Elim

Hoofdstraat 122
Hoogeveen
Endpunkt: Crerarstraat
7901 AA Hoogeveen

Beschreibung

Startpunkt: Crerarstraat
7901 AA Hoogeveen
  • Sie steuern das erste Dorf an: Fluitenberg ist wahrscheinlich schon sehr lange besiedelt. In der Nähe wurden nämlich sieben prähistorische Grabhügel gefunden. Das Dorf wurde auf einem Hügel aus Kiessand errichtet, der in der letzten Eiszeit entstanden ist. Ursprünglich hieß das Dorf Vleutenberg, da es an einem kleinen Fluss namens Vleute, dem heutigen Oude Diep, lag.
  • Weiter Richtung Norden kommen Sie nach Pesse: ein echtes, für Drenthe typisches Angerdorf, das schon 1141 unter dem Namen Petthe erwähnt wurde. Der Name ist von „Peltha“ (Moor) abgeleitet. Beim Bau der A28 wurde auf der Höhe von Pesse 1955 im Mittelstreifen ein ausgehöhlter Baumstamm gefunden. Der Fund erwies sich als einzigartig, denn er war Teil des weltweit ältesten Floßes. Die Radiokarbondatierung hat ergeben, dass dieses Kanu aus Baumstämmen zwischen 8200 und 7600 v.Chr. gebaut wurde. Es ist so lange erhalten geblieben, da es im Flussbett in eine Torfschicht abgesackt war. Im Drents Museum in Assen ist es zu besichtigen.
  • Wenn Sie Pesse den Rücken zukehren, radeln Sie schon bald durch das Naturreservat Boerenveensche Plassen. Es besteht aus Heidelandschaft mit großen Wasserflächen und Heideseen. Das ausgedehnte Gebiet ist ungeheuer abwechslungsreich: erst noch triefnass, dann wieder knochentrocken. Danach radeln Sie durch die Bachniederung des Oude Diep, genießen die Aussicht und überqueren dann das Wasser. In allerlei Kurven sucht sich der Bach seinen Weg durch die Hochebene von Drenthe zur Provinzgrenze.
  • Das nächste Dorf heißt Stuifzand, wörtlich übersetzt „Flugsand“. Das trifft den Nagel auf den Kopf, denn noch lange vor der Entstehung des Orts war dieses Gebiet voller Sand. Die Heide- und Sandflächen wurden erstmals im 18. Jahrhundert urbar gemacht, ab etwa 1850 kamen die ersten Siedler.
  • Richtung Tiendeveen zeigt sich allmählich die typische Landschaft der ehemaligen Moorsiedlungen mit ihren rechtwinklig angelegten Parzellen. Tiendeveen ist ein Reihendorf am Torfmoor, das dort entstanden ist, wo der Linthorst Homankanal und der Kanal Drijberse Hoofdvaart aufeinandertreffen. Ab 1830 wurde hier Torf abgebaut. Zeitgleich kamen auch die ersten Bewohner. Nach dem Torfabbau wurden auf den urbar gemachten Flächen Wälder angepflanzt. Ein paar davon sind noch übrig, unter anderem das Waldstück „Kremboong“. Den heutigen Ort Tiendeveen gibt es seit ungefähr 1926.
  • Nach einigen Radkilometern landen Sie in Nieuweroord. 1849 erwerben einige hohe Herren aus Amsterdam und Utrecht die insgesamt 1400 Hektar großen Gebiete Westerborker Broekvenen und Mekelermeersche Veen. Sie gründen eine Gesellschaft zur Bewirtschaftung der Westerborker Broekvenen und lassen hier ein Haus bauen, dem Sie den Namen „Nieuweroord“ geben. Bewohnt wird es von einem der Investoren: Jan Coenraad Rahder, Weinhändler aus Amsterdam. Rund um dieses Haus entsteht das Dorf Nieuweroord. Das Haus wurde 1919 abgebrochen.
  • Ein Stück weiter liegt Noordscheschut. Das durch den Kanal Verlengde Hoogeveensche Vaart in zwei Teile geteilte Dorf wurde nach einer Schleuse benannt, die 1766 zwischen den Wasserwegen Noordsche Opgaande und Hoogeveensche Vaart gebaut wurde. Die Entstehung von Noordscheschut ist dem Geschäft mit dem Torfabbau von Jan Coenraad Rahder Mitte des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Mit seiner Familie zog dieser später in das Haus an der Schleuse: Huize Blokland. Das aus 1861 stammende Haus gibt es bis heute. Lauschen Sie der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Orts an der Säule gleich rechts auf der anderen Schleusenseite.
  • Sie radeln gen Süden und kommen dann in das größte Dorf auf der Strecke: Hollandscheveld. Machen Sie hier eine kurze Pause in einem der Cafés oder in einer Gaststätte. Der Name des Dorfes verweist auf die reichen Holländer, die ab dem 17. Jahrhundert die Urbarmachung des Torfmoors in diesem Gebiet initiierten. In den 1960er Jahren verhalf Hendrik Koekoek dem Dorf Hollandscheveld zu landesweiter Bekanntheit. Mit ihm als Parteileiter gewann die Bauernpartei im Parlament seinerzeit stets mehr Stimmen. Dieser Zuwachs war vor allem eine Folge des Bauernaufstandes von 1963 in Hollandscheveld. An der Kreuzung ’t Hoekje-Zuideropgaande finden Sie ebenfalls eine Audiosäule für geschichtliche Details. Gleich gegenüber steht die Hervormde Kerk, eine Saalkirche im neoklassizistischen Stil mit einem Fassadenturm aus dem Jahr 1851.
  • Zwischen Hollandscheveld und Nieuwlande fahren Sie am Erholungsgebiet Schoonhoven vorbei. Bei einem Halt können Sie hier die Füße im Wasser abkühlen oder am kleinen Strand ein leckeres Eis essen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden hier nach dem Ende des Torfabbaus Wälder angepflanzt, die nun zu den ältesten von ganz Drenthe zählen.
  • Mit dem Rad geht es dann weiter nach Nieuwlande. Nieuwlande ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch den Torfabbau an einem Wasserstraßenkreuz entstanden. Während des Zweiten Weltkriegs fanden im Dorf viele Leute Unterschlupf. Johannes Post war die treibende Kraft des Widerstands. Nieuwlande ist eines der beiden Dörfer Europas, die als Dank und Anerkennung für die geleistete Rettungstätigkeit vom Staat Israel die Yad Vashem-Auszeichnung erhalten haben. Das Denkmal mit der Auszeichnung ist eine Gedenktafel an einer Mauer in Bogenform in der Brugstraat. Neben dieser Gedenktafel befindet sich außerdem das Denkmal zu Ehren der Widerstandskämpfer. Mehr über den Widerstand erfahren Sie im „Onderduikersmuseum De Duikelaar“, unter anderem mit einer Privatsammlung von Jo Schonewille. Im Waldstück an der Johannes Poststraat, gegenüber dem ehemaligen Bauernhof von Johannes Post bei Hausnummer 17, befindet sich ein Fluchtversteck (das sog. „Onderduikershol“).
  • Unterwegs nach Elim blicken Sie weit über Land und Feld. Elim kam 1915 zu seinem heutigen Namen, der dem Alten Testament entlehnt ist. Elim war der Zufluchtsort der Israeliten nach ihrer Fahrt über das Rote Meer. Auf dem Dorfanger („Brink“) erinnert eine Skulptur an den sog. „Pullevaarder“: Er holte täglich die „Pullen“ (Milchflaschen) bei den Bauern ab und brachte sie zur Molkerei in Hoogeveen. Am ersten Donnerstag im Monat war „Pullentag“: Dann gingen die Bauern zur Fabrik, um ihr Flaschengeld in Empfang zu nehmen. Danach tätigten sie in Hoogeveen ihre Einkäufe. In den Sommermonaten finden daher jeden Donnerstag die traditionellen „Pullentage“ im Ortskern von Hoogeveen statt: ein Markt mit Aktivitäten verschiedenster Art.
  • Jetzt kommt das letzte und abgelegenste Dorf in Sicht: Nieuw Moscou. Dieses im 19. Jahrhundert entstandene Dorf wurde aufgrund seiner Abgeschiedenheit nach der russischen Hauptstadt benannt.
  • Abschließend geht es zurück nach Hoogeveen, wo Sie auf einer der zahlreichen Caféterrassen Ihre Erlebnisse auf der besonderen Radtour Revue passieren lassen können.
Endpunkt: Crerarstraat
7901 AA Hoogeveen