Fensterbierscheiben

Hotspot: Schoonebeek

Im Oberlicht der Eingangstür des Eisenhofs in Middendorp 13 sind drei sogenannte „Fensterbierscheiben“ angebracht. Sie wurden von Roelof Hekman und Hillegien Hovinge sowie von den Junggesellen Pieter Hekman und Hindrik Eissen anlässlich ihrer Hochzeit am 2. Juni 1776 gestiftet, nach der sie nach Zuidbarge zogen. Eine der Scheiben gehört dem Brautpaar, die beiden anderen den Junggesellen Pieter Hekman (Roelofs Bruder) und Hindrik Eisen. Vermutlich wurden die Scheiben zum Hof ​​nach Zuidbarge gebracht und dort in ein Fenster eingesetzt.
Roelof Hekman war zum Zeitpunkt seiner Heirat der Witwer von Hil…

Im Oberlicht der Eingangstür des Eisenhofs in Middendorp 13 sind drei sogenannte „Fensterbierscheiben“ angebracht. Sie wurden von Roelof Hekman und Hillegien Hovinge sowie von den Junggesellen Pieter Hekman und Hindrik Eissen anlässlich ihrer Hochzeit am 2. Juni 1776 gestiftet, nach der sie nach Zuidbarge zogen. Eine der Scheiben gehört dem Brautpaar, die beiden anderen den Junggesellen Pieter Hekman (Roelofs Bruder) und Hindrik Eisen. Vermutlich wurden die Scheiben zum Hof ​​nach Zuidbarge gebracht und dort in ein Fenster eingesetzt.
Roelof Hekman war zum Zeitpunkt seiner Heirat der Witwer von Hillegien Maags, doch seine zweite Frau, Hillegien Hovinge, starb im Mai 1777. Im Mai 1784 heiratete der Witwer Roelof Hekman zum dritten Mal, diesmal Jantien Rabberts aus Zuidbarge. Offenbar wollte die Braut nicht täglich an ihre Vorgängerin erinnert werden, weshalb die Fensterbierscheiben abgenommen und an die Familie Eisen in Schoonebeek zurückgegeben wurden. Sie befinden sich daher im Eisenhof in Middendorp, gehören aber eigentlich nach Zuidbarge.

Neben ihrer Verwendung als Hochzeitsgeschenk wurden die Fensterbierscheiben auch zur Gründung eines Bauernhofs gestiftet. Für den Bau eines neuen Hofes wurden über zwei Winter hinweg etwa sechzig Eichen gefällt und im darauffolgenden Sommer mit Hilfe der Nachbarn zu Dachstühlen, Pfosten, Brettern und Latten verarbeitet. Anschließend versammelte sich der gesamte Weiler zum „Aufrichten“. An den vier Ecken des zu errichtenden Bauernhauses wurden die Hauptpfosten, meist auf Feldsteinen, aufgestellt und sorgfältig positioniert. Sobald die Zwischenpfosten und Dachstühle standen, war das Gerüst des Bauernhauses stabil und ausgerichtet, und der Bau konnte beginnen. Als Zeichen der Dankbarkeit für die unentgeltlich geleistete Arbeit wurde der gesamte Weiler zum Richtermahl eingeladen. Dort überreichten die wohlhabenderen Bauern Richtergläser, die später zur Dekoration und als Erinnerung in die Fenster gehängt wurden. Diese sogenannten Richterglasuren wurden im 17. und 18. Jahrhundert in Bentheim hergestellt, wo sie „Fensterbierscheiben“ genannt wurden. Fensterbierscheiben sind ein Brauch in Norddeutschland. Eine kleine Glasscheibe mit dem Namen des Schenkenden, meist bunt bemalt und/oder beschriftet, wurde anlässlich einer Hochzeit oder Hauseinweihung von Nachbarn oder Freunden überreicht. Die anschließende Feier hieß Fensterköst oder Fensterbeer, da den Schenkenden ein Getränk, in der Regel Bier, ausgeschenkt wurde.

Pieter Heckmans. Junggeselle.
O Gott, König des Himmels, blicke
mit unnachgiebigem Blick auf dieses Haus herab,
lass Vieh und Volk
hier gedeihen und die Gottesfurcht
stets erblühen. Lob sei dir, Himmel. Hoch 1776

Roelif Heckman, Hillegien
Horinge seine Frau
O Gott, du Himmelskönig, gib
Glück in diesem Haus,
mit göttlicher Bedeutung führe uns
mit ihr in den Himmel im Jahr 1776

Hindrik Eijsen, Junggeselle
in der Blüte der Tage,
unfähig zu klagen,

war ich, als mir dieses Glas

gereicht wurde. 1776

Kontakt

Eisenhof
Middendorp 13
7761 PP Schoonebeek
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