Van Goghs Pflückgarten

Hotspot: Schoonebeek

Vincent van Gogh (1853–1890) malte „Landschaft in der Abenddämmerung“ im Oktober 1883, als er in Nieuw-Amsterdam/Veenoord lebte und arbeitete. Der genaue Entstehungsort des Gemäldes ist unbekannt. B…

Vincent van Gogh (1853–1890) malte „Landschaft in der Abenddämmerung“ im Oktober 1883, als er in Nieuw-Amsterdam/Veenoord lebte und arbeitete. Der genaue Entstehungsort des Gemäldes ist unbekannt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man im Vordergrund ein dunkles Gewässer, einen Kanal. Darüber verläuft ein dunkler Streifen, der die Uferpromenade auf der anderen Seite des Kanals darstellt. Darüber erstreckt sich eine flache, baumlose Landschaft, die sehr schmal dargestellt ist. Links erhebt sich ein dunkler Hügel, dessen Bedeutung – ob er entfernte Bäume oder etwas anderes symbolisiert – unklar ist. Am Horizont sind zwei Kirchen zu sehen: Von der linken, hinter dem Hügel gelegenen Kirche ist nur der Kirchturm sichtbar; von der rechten Kirche sind sowohl der Turm als auch das Kirchenschiff deutlich erkennbar. Auffällig ist, dass weder in der Ebene noch am Horizont weitere Gebäude abgebildet zu sein scheinen – keine Scheune, keine Mühle, nichts. Oben hat der Maler einen gestreiften Himmel dargestellt, der links deutlich heller ist als rechts, wo dunkle Wolken als Streifen gemalt sind.

Es war lange unklar, wo Vincent van Gogh dieses Werk malte. Da er zunächst drei Wochen lang in der Gegend um Hoogeveen umherirrte, wurde untersucht, ob dies möglich war. Allerdings gab es in der Umgebung von Hoogeveen keine zwei Kirchen, die hinsichtlich Form und Lage infrage kamen. Die Landschaft um Nieuw-Amsterdam/Veenoord hat sich stark verändert, was die Suche erschwert. Aufgrund der Ost-West-Ausrichtung der Kirche lässt sich schließen, dass der Kanal ebenfalls mehr oder weniger in dieser Richtung verlaufen sein muss. Ein Kanal, der diese Kriterien erfüllt, ist der Dommerskanal, dessen Teil bereits vor 1883 ausgehoben worden war. Vom Nordufer aus bot sich in südöstlicher Richtung ein Blick auf die Westeindsche und Oosteindsche Veen. Dieses Torfgebiet wurde 1883 kaum abgebaut. Der Bach Westerbeek oder Bargerbeek durchschnitt dieses Torfgebiet, und man kann annehmen, dass die gesamte Gegend sehr flach und karg wirkte.

Im Jahr 1883 waren am Horizont zwei Kirchen zu sehen: die St.-Nikolaus-Kirche in Oud-Schoonebeek, die im Frühjahr 1952 abgerissen wurde, und die St.-Bonifatius-Kirche in Nieuw-Schoonebeek, deren Turm bis heute erhalten ist. Die links im Gemälde dargestellte Turmspitze gehört zur römisch-katholischen Kirche in Nieuw-Schoonebeek und ist 32 Meter hoch. Van Gogh konnte diese Kirche aus einer Entfernung von über acht Kilometern gesehen haben. Die Daten wurden von Bügel-Hajema Consultants in ein Computermodell eingegeben, das zeigte, dass Van Gogh, der am Dommers-Kanal stand, die gemalte Landschaft so sah, wie er sie darstellte.

Zu jener Zeit war erst ein Teil des heutigen Dommerskanaal-Kanals ausgehoben, und Van Gogh saß wohl fast am Anfang. Er betrachtete die gesamte Kirchenseite, was nur möglich war, wenn er nach Südosten blickte. Der Turm der St.-Nikolaus-Kirche stand westlich der Kirche, was mit Van Goghs Gemälde übereinstimmt. Dies erklärt auch, warum die Kirche von Nieuw-Schoonebeek sichtbar ist. Hätte Van Gogh weiter östlich gesessen und die Kirche von Oud-Schoonebeek gemalt, wäre die Kirche von Nieuw-Schoonebeek nicht im Bild zu sehen gewesen. Die Ebene zwischen dem Amsterdamer Veld und Schoonebeek war völlig flach und spärlich bewachsen. Links und rechts der Kirche wären die Eichen von Middendorp-Oosteinde bzw. Westeinde sichtbar gewesen, verdeckten die Kirche aber nicht. Die helle Linie im Gemälde, die von links nach rechts unterhalb der beiden Kirchtürme verläuft, könnte Nebel über dem Bach Bargerbeek sein. Und nicht, wie beschrieben, ein schmaler Streifen flacher, baumloser Landschaft. Diese Landschaft ist wahrscheinlich der dunklere Teil des Gemäldes, da Van Gogh in anderen Gemälden oft die dunkleren Bereiche malte. Der hellere Teil im Vordergrund ist entweder ein Kanal oder ein Grasstreifen.
Vincent van Gogh malte das Gemälde mit Blickrichtung Südosten, also früh am Morgen. Daher sollte das Gemälde „Landschaft im Morgengrauen“ heißen.

An der Stelle, wo einst die weiße St.-Nikolaus-Kirche von Schoonebeek stand, haben Freiwillige einen Garten zum Pflücken von Blumen, Kräutern und Früchten angelegt, wobei die Konturen der abgerissenen Kirche als Hecke sichtbar sind.

Kontakt

Van Gogh Pluktuin
Europaweg 114
7761 AK Schoonebeek
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